Auf der Suche nach dem heiligen Gral – oder: Du armes, reiches Schwein

„Mit der Beschreibung höre ich bewusst oberhalb des Kinns auf. Nennen wir es Selbstschutz oder Respekt vor dem Künstler.“

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Der Hut sitzt. Das Hemd ist schmutzig. Etwas Wüstensand. Nichts, was man durch kurzes Klopfen nicht wieder ins Reine bringen könnte. Die Peitsche ist sorgsam am Gürtel befestigt. Der Blick, entschlossen. Niemand würde es wagen sich ihm in den Weg zu stellen. Ok, da sind wie immer diese Nazis, die eben auch nach dem heiligen Gral suchen, um Hitler die Supermacht über die Menschheit zu ermöglichen. Aber die Deutschen zählen an dieser Stelle nicht. Weiß ja jeder, dass da am Ende nichts bei rumkommt. Welcher Regisseur würde schon die Nazis gewinnen lassen?

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Dieter und ich – oder: Eine Liebe im Dutzend

„…aber wahrscheinlich nicht, um ihren Lurchi zu lecken.“


Du ächzt nach Wasser. Ein kleiner Tropfen würde schon genügen. Nur ein klitzekleiner. Die Sonne brennt. Ohne Gnade fressen sich die Lichtstrahlen durch deine Oberfläche. Man sieht es dir schon an, dass du die Hitze nicht verträgst. Deine kräftige Farbe, frisch, so voller Leben entrinnt deinem ausgezerrten Körper. Dein Duft verfliegt in der trockenen, staubigen Luft. Nicht einmal Insekten sind zu sehen. Die kleinen Krabbeltierchen verstecken sich im Schatten. Energiesparen ist angesagt. Wer sich etwas für schlechte Zeiten zurückgelegt hat, kann sich glücklich schätzen.

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Momentaufnahme – oder: Hochmut kommt vor dem Fall

„Verglichen mit unseren Oberschenkeln, ist der gewaltige Bizeps aber eher ein niedlicher Salamander.“

Wir entscheiden uns für die luftige Variante. Ein schönes Wort: luftig. So leicht. Beflügelnd. Das schaffen wir jetzt auch noch. Hinter uns liegt ein langer, kräftezehrender Aufstieg. 600 Meter Fels. Stein. Eine Wand, vorher nur von den tollkühnsten und mutigsten Athleten bezwungen. Die Elite im Bergsport. Menschen, die auf Postern in Jugendzimmern hängen und für den ein oder anderen feuchten Traum deren Bewohner gesorgt haben. Und dann kommen wir. Voll im Saft. Motiviert, selbstbewusst, mit leichtem Hang zur Arroganz und keinem blassen Schimmer, was uns da genau erwartet.

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Im Frühtau zu Berge – oder: Von Hügeln und Eiern

„Der Pussy Slap ist (…) ein Akt der Dominanz…“

Ganz ehrlich, ich bin geschockt. Entrüstet. Das geht jetzt aber wirklich zu weit. Ich bin kurz davor mein Facebook-Profilbild zu ändern. Und das will was heißen. Schließlich fordert mich Mark Z. schon seit mehreren Wochen dazu auf, meinen Online-Auftritt zu erneuern. „Lass deine Freunde sehen, wie du heute aussiehst.“ Ganz ehrlich Mark, halt die Fresse. Du kannst mich mal. Ändere du, was du willst. Wie wärs denn zum Beispiel mit den AGBs oder die Tatsache, dass der Messenger mithört, auch wenn das Smartphone im Standby-Modus ist. Komischerweise bekommt man nämlich bei Facebook Werbung, die zu dem passt, was man gerade mit Freunden besprochen hat. Nur so. Google das mal. Ist wahrscheinlich alles reiner Zufall.

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Wassermelonensalat mit Feta und Erdbeeren – oder: Das tut durchaus etwas weh

„Sie kennen vielleicht keinen Schmerz, aber trotzdem sind die meisten heute tot.“

Ein Blitz rast durch mein rechtes Bein. Der Körper schmerzt. Die Haut brennt. Über den Punkt zu weinen und zu schreien bin ich schon lange hinaus. Diese Genugtuung gönne ich ihm nicht. Nein, ich werde nicht schreien. Heulen, wie ein kleines Mädchen, deren Barbie man den Kopf angekokelt hat. Kommt für mich nicht in Frage. Ich weiß, da draußen im Wartezimmer sitzen sie und erwarten eben genau das. Ich soll quieken wie ein Schwein auf der Schlachtbank. Das Bolzenschussgerät am Kopf und dann mit einem Lächeln den Drucklufthebel betätigen. Aber so nicht. Kein Laut gebe ich von mir. Okey, zugegeben, irgendwann muss ich lachen. Das klingt jetzt vielleicht wirklich blöd. Aber so ist das bei mir. Heulen. Schreien. Dann werde ich in der Regel ohnmächtig. Dann kommt lange nichts und irgendwann muss ich eben lachen. Ist unpassend. Aber ich habe mir das ja auch nicht ausgesucht.

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Ein Lächeln öffnet dir jede Tür

„Du hast Damenbesuch, mein Sohn!“

Als 14-jähriger, körperlich fast ausgewachsener, geistig eher in der Pubertät festhängender stattlicher, hübscher Junge gibt es nichts, was auch nur annähernd so schlimm und bedauernswert ist, wie ungeküsst zu sein. Klar, Lippenkontakt mit dem weiblichen Geschlecht gab es schon vor besagter Zeit, einen richtigen Kuss, also mit Zunge und so, und dann auch noch leidenschaftlich, so etwas stand noch in fetten Buchstaben, doppelt unterstrichen mit leuchtend gelben Textmarkern eingerahmt auf meiner damaligen To-Do-Liste. Irgendeine zu küssen, das kam für mich nicht in Frage. Es musste schon eine besondere Dame sein, die (und jetzt kommt meine eher eingebildete Seite zum Vorschein) meiner auch würdig war. Würdig, genau wie Würde, ein schweres Wort.

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