Ab durch die Mitte – oder: Warum zum Teufel schiebst du dir einen Aal in die Vagina?

„Seine Form, die Flossen, seine Struktur, alles ist nur auf Vortrieb ausgelegt. Einen Rückwärtsgang hat der Gute nicht. Und nun ja, wie soll ich es sagen, zum Wenden war dann doch nicht genug Platz.“

Er sieht irgendwie unglücklich aus. Als ob er genau wüsste, was gleich mit ihm passiert. Klar könnte man jetzt anführen, dass der kleine Wicht gleich unbewusst zum Internetstar avanciert. Quasi der nächste LeFloid. Aber ob er das überhaupt will, ist eine ganz andere Frage. Zhang Moumou ist eine chinesische Bloggerin. Und ja, ihr Name ist wirklich „Mumu“. Sie hat sich den Spitznamen „Qi Qi“ zugelegt. Das liegt ja auch auf der Hand. Aber das ist ja ihr Ding. Sie sitzt entspannt auf einer Couch. Die Kamera ist schon in Position gebracht. In Postion gebracht, heisst in diesem Fall, das Aufnahmegerät steht etwa zwei Meter von ihr entfernt und ist genau auf den Intimbereich, oder „Moumou`s Mumu“, gerichtet.

Großaufnahme. Logisch, denn das ist auch gleich der Ort des Geschehens. Zhang ist nackt. Jetzt ist sie aber nicht alleine, in diesem, auf den ersten Blick, intimen Moment. Bei ihr, Klaus-Jürgen. Groß, stattlich, muskulös, ist er nicht. Und auch den Namen habe ich eben erfunden. Wahrscheinlich wäre ein chinesischer Name sinnvoller und logischer gewesen. Ich finde aber, er sieht eher aus wie ein Klaus-Jürgen. Dunkle Augen, länglicher Hals, eher einer von der schleimigen Sorte. Außerdem fällt mir als alternativer chinesischer Name spontan nur Jackie Chan ein. Und das wäre noch unpassender.

Jetzt mag das, was da gleich Klaus-Jürgen widerfährt für manche Männer den Himmel auf Erden bedeuten. Aber Klaus-Jürgen ist halt einfach kein normaler Typ von neben an, der träumt mit einer Asiatin vom Format einer Lucy Liu Körperflüssigkeiten zu tauschen. Klaus-Jürgen ist ein Aal. Und da sieht die Welt gleich etwas anders aus.

An dieser Stelle ist ein kleiner Exkurs durchaus angebracht. Willkommen in der Antike. Kleopatra. Die schönste Frau, die jemals gelebt hat. So heisst es zumindest. Sie lebt im Luxus. Kann alles haben. Und nimmt sich auch alles. Früh lernt sie ihre Sexualität kennen. In den Geschichtsbüchern heisst es, dass sie bereits mit zwölf Jahren zum ersten Mal Geschlechtsverkehr hatte. Im Griechischen nennt man sie auch etwas boshaft „Meriochane“. Frei übersetzt heisst das, dass sie sich zehntausenden Männern öffnet. Will heißen, die Gute hat alles weggegrätscht, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Und wenn auf dem Baum jemand saß, den sie vernaschen wollte, dann hat sie den verdammten Baum eben fällen lassen. Jetzt hat sich Kleopatra aber nicht nur für das männliche Geschlecht interessiert. Eigentlich war da alles dabei. Männer, Frauen und ja, auch Tiere. Sie soll quasi die Mutter der, ich nenne das jetzt mal etwas vereinfacht „Rubbel die Schlange“-Technik sein. Quasi als Penisersatz wird hierbei die Schlange zweckentfremdet. Bildlich könnte man auch sagen, sie schwimmt flussaufwärts in Richtung Nil-Quelle ins Landesinnere. Eine Praktik, die so auch im antiken Rom durchaus ihre Nachahmer gefunden hat.

Zurück zu Klaus-Jürgen und Madame Moumou. Es dürfte eigentlich klar sein, was jetzt passiert. Die Internetgemeinde wartet schon gespannt auf die Neuauflage des antiken Klassikers. Immerhin wird die ganze Prozedur live gestreamt. Über das Portal, das sich nennt, wie eine große gestreifte Katze, haben sich tausende begeisterte, angewiderte oder eben begeistert angewiderte Fans der Bloggerin versammelt. In der Hauptrolle Klaus-Jürgen. Seines Zeichens ein stolzer Fisch, der in China wahrscheinlich kein Hollywood gleiches Happy End gefunden hätte. Das ist jetzt keine zu gewagte These, wenn ich mir anschaue, wie liebevoll ansonsten im Land des Lächelns mit Tieren umgegangen wird. Trotzdem hat der Gute das nicht verdient.

Nominiert für die beste weibliche Nebenrolle. Wobei? Eigentlich könnte man sie auch in die Kategorie „Bühnenbild“ oder „beste Location“ einordnen. Die ganze Arbeit hat ja schließlich Klaus-Jürgen gemacht. Egal. Einen herzlichen Applaus für Zhang „Qi Qi“ Moumou. Oder besser gesagt, Zhang „Qi Qi“ Moumous Rumpf. Jetzt geht eigentlich alles recht schnell. KJ, wie er seit dieser Performance von seinen Fans genannt wird, sieht nur einen Ausweg. Ab durch die Mitte. Doch anstatt dem Licht am Ende des Tunnels entgegen zu schwimmen, versinkt er im ewigen Dunkel.

Ein paar Fakten zu Aalen, die besagter Bloggerin wahrscheinlich so nicht unbedingt bekannt waren: Der gemeine Aal ist ein Raubfisch mit Zähnen. Alleine das hätte schon genug Abschreckung sein sollen, könnte man jedenfalls meinen. Seine Form, die Flossen, seine Struktur, alles ist nur auf Vortrieb ausgelegt. Einen Rückwärtsgang hat der Gute nicht. Und nun ja, wie soll ich es sagen, zum Wenden war dann doch nicht genug Platz. Nähere Details sind ab jetzt ziemlich abstoßend. Respekt übrigens, dass du überhaupt noch dabei bist. Also ich würde mir so ne Scheisse ja nicht geben.

Um die Spannung an dieser Stelle nicht ins bodenlose zu steigern. Eine Liebesbeziehung ist aus dieser kurzen Liaison nicht geworden. Vielleicht sollte man eher One-Night-Stand oder Stichprobe dazu sagen. Klaus-Jürgen musste in einer Notoperation über den Bauch von Qi Qi entfernt werden. Leider kam für das arme Tier jede Hilfe zu spät. Er erlag noch auf dem Operationstisch seinen schweren Verletzungen. Die Ärzte gehen aber davon aus, dass er nicht allzu sehr leiden musste. Durch den Schock ist er anscheinend recht bald ohnmächtig geworden. Zhang „Qi Qi“ Moumou hat überlebt. Zusammen mit den Betreibern des Online-Portals wurde sie von einem chinesischen Gericht verurteilt. Dem Aal bringt das nicht mehr viel. Ruhe in Frieden, KJ. Ruhe in Frieden.

 

Quelle für den Beitrag:

https://www.thesun.co.uk/news/4036652/vlogger-nearly-dies-live-eel-in-vagina-surgically-removed-china-qi-qi-zhang/

eel-563941

Klaus-Jürgen mit seiner Familie Anfang 2017 („So hat die Scheiße angefangen…!“)

12 Kommentare zu „Ab durch die Mitte – oder: Warum zum Teufel schiebst du dir einen Aal in die Vagina?“

  1. Und wenn man denkt man hat schon alles gehört, stösst man auf solche Artikel und weiss nicht, ob man über gewisse Menschen Lachen oder sich für sie schämen muss.
    Toll geschrieben übrigens.

    Gefällt mir

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