Strom – oder: Ich bin Energy-Man

„Der Zorn Gottes trifft mich direkt am Glockensäckchen und schrappt die enorme Länge meines Geschlechts hinauf Richtung Spitze.“

Jetzt auch bei iTunes „Ein Strauß Fische“.

Wie? Das soll es jetzt schon sein? Ich spüre überhaupt nichts. Komisch. Ich drücke auf die Taste, die mit einem grünen Plus gekennzeichnet ist. Immer noch nichts. Mittlerweile zeigt das Display Stufe 49 an. Das klingt jetzt erst mal wenig. Immerhin geht die Skala bis 999. Aber der nette Herr an der Theke hat mir empfohlen, ich solle es am Anfang nicht übertreiben. Generell kann man vielleicht sagen, dass ich nicht der geduldigste Mensch bin, und genau hier liegt der sprichwörtliche Hund begraben. Erneutes Drücken lässt den Wert auf 121 springen. Ich warte. Auf einmal. Der Mann mit dem Hammer. Der Blitz aus dem Himmel. Ein LKW trifft mich mit voller Fahrt.

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Momentaufnahme – oder: Hochmut kommt vor dem Fall

„Verglichen mit unseren Oberschenkeln, ist der gewaltige Bizeps aber eher ein niedlicher Salamander.“

Wir entscheiden uns für die luftige Variante. Ein schönes Wort: luftig. So leicht. Beflügelnd. Das schaffen wir jetzt auch noch. Hinter uns liegt ein langer, kräftezehrender Aufstieg. 600 Meter Fels. Stein. Eine Wand, vorher nur von den tollkühnsten und mutigsten Athleten bezwungen. Die Elite im Bergsport. Menschen, die auf Postern in Jugendzimmern hängen und für den ein oder anderen feuchten Traum deren Bewohner gesorgt haben. Und dann kommen wir. Voll im Saft. Motiviert, selbstbewusst, mit leichtem Hang zur Arroganz und keinem blassen Schimmer, was uns da genau erwartet.

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Ein Lächeln öffnet dir jede Tür

„Du hast Damenbesuch, mein Sohn!“

Als 14-jähriger, körperlich fast ausgewachsener, geistig eher in der Pubertät festhängender stattlicher, hübscher Junge gibt es nichts, was auch nur annähernd so schlimm und bedauernswert ist, wie ungeküsst zu sein. Klar, Lippenkontakt mit dem weiblichen Geschlecht gab es schon vor besagter Zeit, einen richtigen Kuss, also mit Zunge und so, und dann auch noch leidenschaftlich, so etwas stand noch in fetten Buchstaben, doppelt unterstrichen mit leuchtend gelben Textmarkern eingerahmt auf meiner damaligen To-Do-Liste. Irgendeine zu küssen, das kam für mich nicht in Frage. Es musste schon eine besondere Dame sein, die (und jetzt kommt meine eher eingebildete Seite zum Vorschein) meiner auch würdig war. Würdig, genau wie Würde, ein schweres Wort.

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