Im Frühtau zu Berge – oder: Von Hügeln und Eiern

„Der Pussy Slap ist (…) ein Akt der Dominanz…“

Ganz ehrlich, ich bin geschockt. Entrüstet. Das geht jetzt aber wirklich zu weit. Ich bin kurz davor mein Facebook-Profilbild zu ändern. Und das will was heißen. Schließlich fordert mich Mark Z. schon seit mehreren Wochen dazu auf, meinen Online-Auftritt zu erneuern. „Lass deine Freunde sehen, wie du heute aussiehst.“ Ganz ehrlich Mark, halt die Fresse. Du kannst mich mal. Ändere du, was du willst. Wie wärs denn zum Beispiel mit den AGBs oder die Tatsache, dass der Messenger mithört, auch wenn das Smartphone im Standby-Modus ist. Komischerweise bekommt man nämlich bei Facebook Werbung, die zu dem passt, was man gerade mit Freunden besprochen hat. Nur so. Google das mal. Ist wahrscheinlich alles reiner Zufall.

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Wassermelonensalat mit Feta und Erdbeeren – oder: Das tut durchaus etwas weh

„Sie kennen vielleicht keinen Schmerz, aber trotzdem sind die meisten heute tot.“

Ein Blitz rast durch mein rechtes Bein. Der Körper schmerzt. Die Haut brennt. Über den Punkt zu weinen und zu schreien bin ich schon lange hinaus. Diese Genugtuung gönne ich ihm nicht. Nein, ich werde nicht schreien. Heulen, wie ein kleines Mädchen, deren Barbie man den Kopf angekokelt hat. Kommt für mich nicht in Frage. Ich weiß, da draußen im Wartezimmer sitzen sie und erwarten eben genau das. Ich soll quieken wie ein Schwein auf der Schlachtbank. Das Bolzenschussgerät am Kopf und dann mit einem Lächeln den Drucklufthebel betätigen. Aber so nicht. Kein Laut gebe ich von mir. Okey, zugegeben, irgendwann muss ich lachen. Das klingt jetzt vielleicht wirklich blöd. Aber so ist das bei mir. Heulen. Schreien. Dann werde ich in der Regel ohnmächtig. Dann kommt lange nichts und irgendwann muss ich eben lachen. Ist unpassend. Aber ich habe mir das ja auch nicht ausgesucht.

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Ein Lächeln öffnet dir jede Tür

„Du hast Damenbesuch, mein Sohn!“

Als 14-jähriger, körperlich fast ausgewachsener, geistig eher in der Pubertät festhängender stattlicher, hübscher Junge gibt es nichts, was auch nur annähernd so schlimm und bedauernswert ist, wie ungeküsst zu sein. Klar, Lippenkontakt mit dem weiblichen Geschlecht gab es schon vor besagter Zeit, einen richtigen Kuss, also mit Zunge und so, und dann auch noch leidenschaftlich, so etwas stand noch in fetten Buchstaben, doppelt unterstrichen mit leuchtend gelben Textmarkern eingerahmt auf meiner damaligen To-Do-Liste. Irgendeine zu küssen, das kam für mich nicht in Frage. Es musste schon eine besondere Dame sein, die (und jetzt kommt meine eher eingebildete Seite zum Vorschein) meiner auch würdig war. Würdig, genau wie Würde, ein schweres Wort.

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